Bad Wildungen(pm). Die Stadt Bad Wildungen hat einen wichtigen Schritt im kommunalen Klimaschutz erreicht und präsentiert ihr Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK). Dieses wurde unter einem straffen Zeitplan innerhalb eines Jahres fertiggestellt und soll als strategische Grundlage dienen, um die Treibhausgasemissionen der Stadt bis 2045 auf unter eine Tonne pro Kopf und Jahr zu senken. Angesichts eines Ausstoßes von 8,3 t pro Einwohner in Bad Wildungen im Jahr 2022 sind die Herausforderungen groß. Das Konzept zeigt auf, wie diese mit guten Ideen und zielgerichteten Maßnahmen bewältigt werden können. Die Grundlage des Konzepts bildet eine Bilanzierung der Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen der Stadt zum Bezugsjahr 2022. Die Potentialanalyse als Bestandteil des IKSK identifiziert besonders die Steigerung der Energieeffizienz als Schlüssel zur Erreichung der kommunalen Klimaschutzziele, da die lokalen Gegebenheiten, etwa das Fehlen von Möglichkeiten zur Nutzung von Windkraft oder Erdwärme, andere Optionen begrenzen. Besonders die energetische Sanierung von Gebäuden steht im Fokus. Zu acht Handlungsfeldern wurden insgesamt 40 Maßnahmen entwickelt, die jeweils eine Vielzahl von Teilmaßnahmen aufweisen. Unter anderem wird auf eine klimafreundliche Energieversorgung, eine nachhaltige Mobilitätswende oder die Unterstützung privater Klimaschutzbemühungen abgezielt. Neben bewährten Strategien setzt die Stadt auch auf Innovation: Ein Beispiel ist die Idee eines „Urbanen Waldgartens“ zur Revitalisierung des Gartenschaugeländes als Instrument einer klimaangepassten Stadtentwicklung, wie sie bereits als Pilotprojekte in Berlin und Kassel umgesetzt wurden. Das Konzept eines „Urbanen Waldgartens“ vereint Klima- und Artenschutz im städtischen Raum und bietet Platz für Bildung und Gemeinschaft durch aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger.
Ein weiteres Vorhaben ist die energetische Verwertung von biologischen Abfällen, wie sie in Biotonnen oder bei Landschaftspflegemaßnahmen anfallen. Dieses im energetischen Sinne bisher kaum genutzte Potenzial bietet – ob zentral oder dezentral – erhebliche Möglichkeiten zur Energiegewinnung, erfordert jedoch eine kooperativ-synergetische Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und dem Landkreis. Das Konzept bietet darüber hinaus eine Antwort auf die Verwertung von ungenutztem Überschussstrom, welcher immer dann stattfindet, wenn die Einspeisung aus Solar- oder Windkraftanlagen die Netzkapazitäten übersteigt und Stromerzeugungsanlagen abgeregelt werden müssen. Der Ansatz sieht vor, dass Mininggeräte „als Stromabnehmer der letzten Instanz“ agieren und den Überschussstrom durch die Bildung eines digitalen Vermögenswertes (Bitcoin) monetarisieren. Die Klimaschutzmaßnahmen des IKSK richten sich vor allem an die Stadtverwaltung und -politik, da diese viel Verantwortung für die Schaffung der infrastrukturellen Grundlagen der Energiewende tragen. Gleichzeitig stellt das Konzept heraus, dass ein umfassender Klimaschutz nur mit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie ansässiger Unternehmen gelingen kann. Bad Wildungen zeigt durch die gezielte Erschließung lokaler Potentiale eine enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und innovative Ansätze, dass selbst unter schwierigen naturräumlichen und raumplanerischen Bedingungen ambitionierter Klimaschutz möglich ist. Das Klimaschutzkonzept ist dabei nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität, sondern auch ein Impuls dafür, im spürbaren Strukturwandel neue Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln.
Kontakt im Rathaus:
Maximilian Malte Paul, Klimaschutzmanagement
Telefon 05621 701-430
E-Mail: maximilian-malte.paul@bad-wildungen.de.






